DGKFO fördert Forschungsprojekt über Entstehung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
Die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) hat die Förderung eines Forschungsprojekts von Dr. Matthias Weider bewilligt. Es soll zeigen, wie Sauerstoffmangel in der frühen Entwicklung zu Lippen-Kiefer-Gaumenspalten führen kann.
Sauerstoffmangel, der beispielsweise durch Rauchen während der Schwangerschaft entstehen kann, gilt seit Langem als äußerer Risikofaktor für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. Diese häufige angeborene Fehlbildung betrifft etwa eines von 500 bis 1.000 Neugeborenen. Die genauen biologischen Mechanismen sind jedoch bisher nur unzureichend geklärt.
Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes „Identifizierung von molekularen Ursachen hypoxiebedingter orofazialer Spalten“ unseres Laborleiters Dr. Matthias Weider stehen sogenannte kraniale Neuralleistenzellen. Diese spezialisierten Zellen spielen eine entscheidende Rolle in der Embryonalentwicklung, da aus ihnen große Teile des Gesichtsschädels sowie die Weichgewebe des Gesichts hervorgehen. Störungen in ihrer Entwicklung können daher direkte Auswirkungen auf die Gesichtsbildung haben.
Um den Einfluss von Sauerstoffmangel gezielt zu untersuchen, werden kraniale Neuralleistenzellen unter kontrollierten Bedingungen im Labor kultiviert und einem reduzierten Sauerstoffgehalt ausgesetzt. Auf diese Weise möchten wir nachvollziehen, wie sich veränderte Umweltbedingungen auf das Verhalten und die Entwicklung dieser Zellen auswirken.
Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Entstehung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten besser zu verstehen und neue Ansätze für Prävention oder Therapie zu ermöglichen.


